Pflästerung mit lokalen Steinen aus dem Fluss / 2022

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SIA Merkblatt 2053 "Trockenmauerwerk in Naturstein"/ 2015 - 2020

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Mitarbeit im Team für die Konzeption und Ausarbeitung des Merkblattes SIA 2053 / 2020 D "Trockenmauerwerk in Naturstein"

Das Merkblatt SIA 2053 hat sich aus den Richtlinien für den Bau von Trockenmauerwerk entwickelt. Die Hauptziele waren die Integration in das System der bestehenden SIA-Normen für Natursteinmauerwerk und die Bereitstellung einer Grundlage für die Planung, Ausschreibung und Qualitätssicherung von Trockenmauern.


SIA Merkblatt 2053: Trockenmauerwerk in Naturstein: Bautechnik, Erhaltung und Ökologie

Mit dem Ersatz der Norm SIA 178 (Natursteinmauerwerk) durch die neuen Normen SIA 266/2 (Natursteinmauerwerk) und 269/6-1 (Erhaltung von Natursteinmauerwerk) wurden die Vorgaben im Normenwerk der SIA auf den aktuellen Stand gebracht. Die Trockenmauern aus Naturstein konnten dabei nicht gebührend berücksichtigt werden.


Trockenmauern gestalten massgebend unsere Kulturlandschaft. Diese Mauern finden sich in grosser Zahl in Rebbergen, als Flurbegrenzungen, im Bahn- und Strassenbau oder als Lawinenverbauungen. Nicht wenige solche Mauer-Landschaften stehen bereits unter Schutz. Es handelt sich um einen alten Bestand – nach 1935 wurden praktisch keine Trockenmauern mehr erstellt.


Es ist eine Eigenheit der Trockenmauern, dass sie praktisch nur mittels Teil- und Vollersatz „instandgesetzt“ werden können – d.h. will man diese Bauten behalten, müssen die Bauweise und damit verbundene Handwerk gepflegt werden. Ein SIA Merkblatt mit dem oben genannten Titel wäre dazu eine entscheidende Hilfe. Zum einen könnten damit die Regeln dieser Bauweise schweizweit festgehalten werden, und anderseits entstünde ein Mittel zur Qualitätssicherung, von der Ausschreibung bis zur Ausführung.


Es gibt zu Trockenmauern gute, neue Fachliteratur. Da aber die Instandsetzung von Trockenmauern immer mehr über öffentliche Quellen finanziert werden muss, ist ein kompaktes, übergeordnetes Regelwerk für alle Seiten willkommen.


Das Merkblatt kann inhaltliche Lücke schliessen. Die Normen SIA 266/2 (Natursteinmauerwerk) und 269/6-1 (Erhaltung von Natursteinmauerwerk) konnten nicht auf das Thema Ökologie eingehen. Bei Trockenmauern ist das viel eher möglich und auch sinnvoller. Es könnte skizziert werden, wie weit Bewuchs bautechnisch zulässig ist und wo Grenzen bestehen. Die Bauweise könnte umgekehrt gezielt zur Verbesserung ökologischer Vernetzung propagiert werden. Diesbezügliche Anträge des BUWAL konnten seinerzeit bei der Erstellung von 269/6-1 nicht berücksichtigt werden.


Themenbereiche im SIA Merkblatt 2053


Beibehaltung der Regionalität
Ziel des Merkblattes ist, die regionale Vielfalt /Eigenart der Trockensteinmauern zu erhalten. Die Bauregeln zur Erreichung einer maximalen Stabilität und Dauerhaftigkeit sind universell. Lokal kann es Abweichungen zu diesen Regeln geben, beispielsweise durch die mangelnde Witterungsbeständigkeit des lokalen Gesteinsmaterials oder infolge fehlenden lange Bindern oder Decksteinen. In diesem Fall ist es sowohl für die Bauherrschaft wie für den ausführenden Handwerker wichtig, dass genau definiert wird, wo sich Abweichungen von den allgemeingültigen Bauregeln ergeben.


Ökologie / Schutz und Förderung
Ein wichtiger Grund für den Erhalt und den Neubau von Trockensteinmauern ist die Erkenntnis, dass Trockensteinmauern wichtige Lebensräume für viele bedrohte Pflanzen- und Tierarten bilden. Das Merkblatt zeigt die Stellen im Inventarisierungs- Planungs- und Ausführungsprozess auf, die für den Erhalt des ökologischen Wertes der Trockensteinmauern wichtig sind. Es listet die gesetzlichen Grundlagen auf und verweist auf planerische Instrumente zur Validierung und dem Schutz der Trockensteinmauern.


Statik der Trockensteinmauern
Die Tragfähigkeit von Trockensteinmauern kann berechnet werden. Bei Beachtung der Regeln des Mauerwerkverbandes und einwandfreier handwerkliche Ausführung kann die Tragfähigkeit von Trockenstein-Stützmauern nachgewiesen werden. Das Merkblatt zeigt auf, welche Regeln beim Bau von Stützmauern aus Trockensteinmauerwerk beachtet werden muss und welche Regeln bei der Berechnung anzuwenden sind.


Überprüfbare Bauregeln / Qualitätssicherung
Das Merkblatt listet die Regeln der verschiedenen Bauweisen des Trockensteinmauerwerks auf. Dies ermöglicht, dass in der Planungs-, Submissions- und Ausführungsphase allen beteiligten Akteuren klar ist, welches Mauerwerk geplant und ausgeführt wird.


Submission
Das Merkblatt stellt Instrumente zur Verfügung um Submissionen für Trockensteinmauerwerk durchzuführen. Dies ermöglicht eine eindeutige Festlegung der gewünschten Bauweise und macht den Vergleich verschiedener Angebote möglich.

Trockenmauer als Plan

Erstellen eines Planes einer Trockenmauer für Dokumentation,  Inventar, Projektplanung, Qualitätssicherung und Ausmass. Das gezeigte Beispiel wurde mit der CAD Software "Sketchup" erstellt.

Im nachstehenden Beispiel werden die Arbeitsschritte aufgezeigt, die für die Erstellung eines solchen Planes erforderlich sind. Im fertigen Plan ist die Mauerfläche mit den Steinen sichtbar. Dies ermöglicht einen Vergleich der Maueransichten vor und nach einer Sanierung, es lassen sich auch die eingebauten langen Bindersteine dokumentieren.

Download des Beispiel-Planes als PDF:


Erfassen der dreidimensionalen Struktur der Mauer mit Hilfe eines Tachymeters, Photogrammetrie oder GPS Daten. Mit Hilfe dieser Daten kann die Mauer räumlich und masstäblich korrekt dargestellt werden.

Diese Darstellung kann dazu verwendet werden, Flächen zu ermitteln, den Zustand und den Sanierungsbedarf festzuhalten.

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Um eine Übersicht über die ganze Mauerfläche zu haben ist es von Vorteil, die Mauerfläche als Abwicklung darzustellen. Hierzu werden die dreidimensionalen Daten als Fläche dargestellt. Die Masse (Flächen, Strecken) bleiben unverändert. Zur weiteren Bearbeitung wird die Abwicklung in Abschnitte von 2m Breite unterteilt.

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Im Feld wird vor der Mauer ein Massband ausgelegt. In Abschnitten von 2m wird jeweils ein Bild der Mauerfläche aufgenommen.

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Beispiel eines Einzelbildes. Die Lage des Anfangs- und Schlusspunktes der 2m wird für die Verdeutlichung markiert. Als Masstab kann auch ein vertikal aufgestellter Meter mitfotografiert werden.

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Als Kontrolle und Ergänzung können die Höhen der Trockenmauer am Anfang und Ende der 2m Abschnitte notiert werden.

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Das Einzelbild wird nun als Textur in den Plan eingesetzt und masstäblich korrekt platziert. Dabei helfen die Markierungen für Anfangs - und Endpunkt des 2m Abschnittes und der mitfotografierte vertikal aufgestellte Meter.

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Mit der beschriebenen Vorgehensweise können Pläne vor und nach einer Sanierung erstellt werden. Es ist möglich die Lage der eingebauten langen Bidersteine zu dokumentieren und es ist möglich, die sanierte Fläche auf dem Plan auszuweisen.

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Fertiger Plan

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Sanierung von Trockensteinmauern im Valle Verzasca / 2013

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Wiederaufbau eines Sodbrunnens in Lenzburg / 2012

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Sanierung Stützmauer in Guarda / 2011

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